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My home is my castle

Zwei Räder. Ein Bett. Ein Tisch. Eine launisch-labile Heizung. Ein Kocher. Ein Kühlschrank. Das wars. Kein Klo. Keine Dusche. Kein Wasseranschluss. Der Luxus im neuen Heim ist übersichtlich. Zugleich aber ist es das Glück. Ein großes Glück im kleinen Glück sozusagen. Oder umgekehrt. Mit vielen Unwägbarkeiten. 

Ich habe mir einen Wohnwagen gekauft, obwohl ich nie einen Wohnwagen haben wollte. Ich bin Zelter, das hat mir immer gereicht. Morgens unter der Plane aufzuwachen, über einem nichts weiter als der Himmel, der Regen, die Sonne. 

Doch neue Aufgaben erfordern neue Umstände, und in meinem VE 25 zu überwintern, erschien mir dann doch etwas gewagt. Ich hätte mir eine Wohnung nehmen können. Wollte ich nicht. Ich war die Suche zu müde. Ich hätte mich in ein WG-Zimmer einmieten können. Erschien mir angesichts der Alterslage nicht angemessen. Also entsann ich mich, nachdem ich einen großen Teil an Gartenkolonien nach fragwürdigen Alternativen abgeklappert hatte, an einen Besuch in einem amerikanischen Trailerpark. Gesagt, getan. Und nach einigem Hin- und Her war er dann erstanden, der Wohnwagen, mein neues Zuhause. 

Und hier hocken wir beiden Dickköpfe nun zusammen und arbeiten uns gemeinsam durch den Winter.

Meine erste Nachricht ins alte Leben hieß: "Stolz wie Bolle. Wenn man ein Château hat. Hab ich. Und wie."

My home ist my castle. So dann.

"Stolz wie Bolle.
Wenn man ein Château hat.
Hab ich. Und wie." 

So fing es an

Château Typ 430. Erstzulassung 1994. Und ja, ich gestehe, nicht eben ein Blickfang. Aber wahre Schönheit kommt von innen - und auch wenn man es nicht sofort erkennt, der Oldtimer hat seine Vorzüge. Zunächst hatte mich zwar in den Kip (im ersten Bild rechts) verguckt, aber dank der Empfehlung von weisen Freunden entschied ich mich für die optisch langweiligere Variante. Und mit etwas Abstand heute kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung.

Und sollte sich jetzt jemand wider Erwarten für die Firmengeschichte des Châteaus interessieren, dazu hier mehr: 

http://www.autoscout24.de/caravaning/wohnwagen/chateau/

An dieser Stelle nur so viel: Die Marke gibt es nicht mehr; heute sind vereinzelt nur noch ein paar Exemplare in Großbritannien unterwegs, weil es in den Anfangsjahren von Château eine Kooperation mit den Briten gab, das sind quasi die Ausläufer. In Deutschland und im Rest von Europa findet man die Marke so gut wie gar nicht mehr. Insofern: Mein Château ist eine Rarität. Das kann man nun wirklich nicht von jedem Campmobil behaupten. 

Stand der Dinge

  • Kork verlegt
  • Polster bezogen
  • Vorhänge ausgetauscht
  • Wände teilweise überarbeitet 
  • Küche überholt.
  • Gemalert, geschrubbt, geputzt, getan. 

Was noch zu tun ist: 

Viel. Und all die Dinge überarbeiten, die bisher schief gelaufen sind. Und das sind, Hand aufs Herz, eine Menge.